Biografie
Sophie Publig ist Internetarchäologin und Senior Scientist am Weibel Institut für digitale Kulturen der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Forschung spannt einen Bogen zwischen kritischem Posthumanismus, digitalen Kulturen und Ästhetik und untersucht Online-Phänomene von Meme-Ökologien über algorithmische Subjektivitäten bis hin zu Internet-Folklore. Ihre Dissertation The Sympoietic Life of Internet Memes (2023, betreut von Peter Weibel und Clemens Apprich) entwickelte einen öko-digitalen Rahmen zum Verständnis von Meme-Dynamiken aus der Perspektive der Sympoiesis. Seitdem hat sich ihre Forschung auf Fragen der Plattformästhetik und der Computational Culture ausgeweitet. Die Dissertation erscheint in Kürze bei punctum books. Derzeit gibt sie den Sammelband In Search of… The Girl Online (meson press) heraus, der, aufbauen auf ihrer gemeinsamen Forschung mit Charlotte Reuß, digitalen Feminismus und algorithmische Identitäten untersucht. Parallel dazu arbeitet sie mit Mikkel Rørbo an einem Buch über digitalen Okkultismus, das die Verflechtungen von Kommunikationstechnologien und esoterischen Praktiken von Telegraphie und Séancen bis hin zu Schizoposting, Conspirituality und Chaosmagie nachzeichnet. Ihre Arbeit befasst sich intensiv mit Fragen algorithmischer Subjektivität, dem kollektiven digitalen Unbewussten sowie mit ideologischen Strömungen internetbasierter Kulturen. Dazu gehört auch laufende Forschung zu Brain Rot Content, Internet-Humor und Post-Ironie sowie zur Erosion traditioneller Bedeutungsstrukturen im Netz. Geprägt wurde ihre wissenschaftliche Entwicklung zudem durch ihre Tätigkeit als Associate Researcher am Critical Media Lab Basel (2020–2024), wo sie eng mit Dr. Jamie Allen zu Theorien und Praktiken der Planetarität und des Anthropozäns zusammenarbeitete. Sophies akademische Ausbildung umfasst Stationen an der Universität Wien, der Freien Universität Berlin, der Universität Warschau sowie der Akademie der bildenden Künste Wien, mit Studien in Kunstgeschichte, Ethnologie, Architektur, Mathematik und Zeitgeschichte. Am Weibel Institute sowie bei Art x Science | School for Transformation lehrt sie interdisziplinäre Seminare zu Meme-Kulturen, Medientheorie und Plattformästhetik. Ihre Arbeit entfaltet sich in Schreiben, Lehre, Vorträgen und künstlerischer Forschung.























