Echos vergessener Stimmen – Formen der Weitergabe über Generationen hinweg
Veranstalter*in
Datum
- 16. Oktober 2025–27. November 2025
Text
Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit Erinnerungen, Erzählungen und Stimmen, die in westlich geprägten historischen und kulturellen Narrativen häufig marginalisiert oder übersehen werden. Dabei wird auch kritisch betrachtet, wie dominante Erinnerungskulturen bestimmen, welche Perspektiven sichtbar werden – sei es in Liedern, Bildern, Ritualen, Archiven oder mündlichen Überlieferungen. Im Fokus stehen die Weitergabe, Transformation und bewusste Bewahrung von Erinnerungen – insbesondere im Spannungsfeld zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Überlieferung. Hierbei werden wir queere, feministische und dekoloniale Perspektiven heranziehen, um hegemoniale Narrative zu hinterfragen und alternative Formen des Erinnerns zu eröffnen. Damit wird dem Potential nachgegangen, Erinnerung als Mittel des Widerstands, der Sichtbarmachung und der Selbstermächtigung erfahrbar zu machen. Untersucht werden vielfältige Ausdrucksformen wie Sprache, Schrift, Bild, Musik und Performance sowie deren mediale Vermittlung in analogen und digitalen Formaten. Dabei geht es auch um künstlerische, analytische und gestalterische Möglichkeiten, Erinnerungen sichtbar zu machen und ihnen Raum zu geben. Wir widmen uns gemeinsam unter anderem Fragen wie: Wer findet Gehör? Wessen Geschichten werden zentriert beziehungsweise dezentriert? Was gilt überhaupt als „Geschichte?” Wer hat das Privileg, zu sprechen? Und wer wird in Geschichten immer wieder als zum Schweigen gebrachte Figur konstruiert?