Luft unter Druck

  • Dreizehn Geschichten zur Zukunft der Pneumatik
Monograph

Publisher, Location, Date

Transcript Verlag, Bielefeld, NW, Deutschland, 2026

Keywords

Cultural History, Cultural Studies, Pneumatik, Technical History, Wind, Druckluft, Urban History

ISBN/ISSN/ISMN, DOI

Verlagsankündigung

Die Geschichte der Pneumatik ist reich an Zukunftsentwürfen. Das vermeintlich simple Luft-unter-Druck-Setzen formte sich im Laufe von rund zwei Jahrhunderten zu immer waghalsigeren technischen Versprechungen aus, wovon sich kaum je eine erfüllte. Von der „Wind-Maschine“ zur Lösung der Energieproblematik um 1800, den pneumatischen Untergrundbahnen in London und New York Ende der 1860er-Jahre über eine in Wien geplante Bahn, in deren Röhrensystemen ein künstlicher Wind Särge zum neu errichteten Zentralfriedhof transportieren sollte, bis hin zu Robotern, die in näherer Zukunft sowohl pneumatisch denken als sich mithilfe von Druckluft auf der Venus fortbewegen sollen – Florian Bettel zeigt, wie diese Entwürfe von den Bemühungen zeugen, das im Überfluss vorhandene Material Luft auch heute noch technisch zur Anwendung zu bringen.

Pressetext

1. Warum ein Buch zu diesem Thema? Die Geschichte der Pneumatik darf als randständig betrachtet werden. Das macht sie für eine technikhistorische Untersuchung so relevant, oszillierte die Wahrnehmung des Luft-unter-Druck-Setzens doch über die Jahrhunderte zwischen banaler Alltagstechnik und euphorischen Zukunftsversprechen. So entstanden technische Entwürfe, die vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Probleme von Klimawandel, Kapitalismus, Transformation der Arbeit, Technikgläubigkeit und Krieg berichten. 2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch? Zum einen erzählt der Band von der unauflösbaren Verstricktheit ingenieurswissenschaftlicher Entwürfe in ihre popkulturellen Darstellungen – dem Eingehen technischer Visionen in die ›social imaginaries‹. Zum anderen rückt ›Luft unter Druck‹ die unternehmerischen Ingenieur:innen in den Mittelpunkt sowie ihre Methoden, sich in die politische Debatte einzubringen, ihr Ansehen als Berufsgruppe in der Gesellschaft zu etablieren und sich als aktive Gestalter:innen ebendieser Gesellschaft zu verstehen. 3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu? Neue Technikgeschichte versteht sich als eine interdisziplinäre Unternehmung. Mit dem Hinterfragen des Anthropozentrismus behandelte die Forschung in den vergangenen Jahren vermehrt umweltgeschichtliche Fragen der Technik und versuchte dabei, globalgeschichtliche Perspektiven einzunehmen. Das reichlich vorhandene ›Material‹ Luft, die Geschichte seiner Anwendung für Transporttechnik und seiner Speicherung sind in diesem Feld anschlussfähig. 4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren? Gerne mit den Luftexpert:innen des ausgehenden 18. und des 19. Jahrhunderts, also George Medhurst und John Vallance, aber natürlich auch Franz Felbinger, der in Wien an der pneumatischen Rohrpost für Leichen tüftelte; sowie mit den Personen, die diese Entwürfe in die Popularkultur brachten: William Heath, Michel Verne und Albert Robida. Mit dieser illustren Runde ergänzt durch die NASA-Ingenieur:innen, die derzeit am pneumatischen Roboter für die geplante Venus-Mission forschen. 5. Ihr Buch in einem Satz: Dreizehn Geschichten zur vermeintlich banalen technischen Anwendung von Luft erzählen von waghalsigen Zukunftsversprechen im Kapitalismus.

Volume/Issue, Pages

200

Language, Format, Material, Edition

German

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Published By: Florian Bettel | Universität für Angewandte Kunst Wien | Publication Date: 26 March 2025, 15:44 | Edit Date: 10 February 2026, 16:22