Working Through. Friedl Dicker, Margit Téry, Mordecai Ardon – Das Kapital (Script), ca. 1933

Forschungsprojekt

Projektleitung

Stefanie Kitzberger , Tischer, Jenni

Dauer

01. März 2027–31. August 2027

Schlagwörter

Installation, Kunstgeschichte, Architektur, Collage, Skulptur

Text

Working Through ist das erste Kapitel des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts "Relational Images in the Arts Since 1920." Es zielt darauf, Wechselbeziehungen zwischen kunsthistorischen, theoretischen und künstlerischen Erkundungen feministischer, politisch engagierter Positionen zu entwickeln. Ausgangspunkt ist eine Serie von Fotocollagen und -montagen, die 1933 von den Künstler*innen Friedl Dicker, Margit Téry und Mordecai Ardon produziert und auf einem Diafilm dokumentiert wurde. Verbunden über ihr Studium am Weimarer Bauhaus in den 1920er-Jahren verbunden, begannen diese Gruppe in den 1930ern zunehmen, ihre künstlerischen Strategien gegen den Nationalsozialismus zu mobilisieren. In ihrem Diafilm visualisiert die Gruppe Begriffe aus Karl Marx’ "Das Kapital" sowie die Verflechtungen von Wirtschaftskrise und Faschismus. In "Working Through" realisieren wir eine performative Lecture und eine Installation, in der räumliche und verkörperte künstlerische Verfahren mit formalen Analysen und historischer Kontextualisierung zusammengeführt werden. Der Diafilm wird mit Netzwerk Dickers in Berlin um 1930 in Beziehung gesetzt, als sie an der Gestaltung einer Wohnung für Téry in der Künstlerkolonie Berlin-Wilmersdorf beteiligt war, in der zahlreiche linke Intellektuelle und Künstler:innen wohnten. "Working Through" basiert auf Ko-Autor:innenschaft in Recherche, Schreiben und künstlerischer Praxis mit einem Fokus auf feministisch-materialistische Historiografie und spekulative Rekonstruktion. Über die Verflechtung skulpturaler Elemente, Zeichnungen und Archivmaterial mit gesprochenen sowie schriftlichen Reflexionen und objektbasierten Interaktionen zeichnen wir die narrative, mediale und materielle Struktur des Diafilms ebenso wie dessen Produktionsbedingungen nach. Zugleich prüfen wir, wie sich die kritischen Gesten der historischen künstlerischen Arbeit im Verhältnis zu gegenwärtigen Krisen reaktivieren lassen.

Förderung

Universität für Angewandte Kunst Wien

Förderkategorie

Relationale Forschung

Veröffentlicht Von: Stefanie Kitzberger | Universität für Angewandte Kunst Wien | Veröffentlicht Am: 18. August 2026, 09:27 | Geändert Am: 18. September 2026, 07:53