APPLIED DEMOCRACY: Journalismus und die „Vierte Gewalt“ in der Demokratie

Gespräch

Veranstalter*innen

Florian Bettel , Eva Blimlinger , Jakob Lena Knebl , Doris Krüger

Datum

  • 25. März 2026– 14:00– Universität für angewandte Kunst in Wien, Wien, Österreich (Auditorium)

Schlagwörter

Demokratie, Journalismus, Kulturpolitik, Kulturwissenschaft

Beschreibung

Der Blick auf den Journalismus als Vierte Gewalt mag nostalgisch verklärt wirken. Große investigative Enthüllungen von Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen eigneten sich in den letzten Jahren vermehrt für Verfilmungen und Fernsehserien, während große Medienhäuser die Redaktionen ausdünnten und Milliarden Euro an Werbebudget an die US-amerikanischen Internetkonzerne verloren gingen. Und dennoch stellen die aufwendigen und mutigen Recherchen der Journalist:innen ein wichtiges Gegengewicht zu autokratisch agierenden Regierungen und illiberalen Wirtschaftsagglomerationen dar. Michael Ortner, Investigativjournalist der Wiener Zeitung, konzentrierte sich in den vergangenen Jahren auf die wenig ausgeleuchtete Mikroebene der Demokratie und recherchierte zu problematischen politischen Vorgängen in der Kommunalpolitik. In den dörflichen Zusammenhängen, wo berufliche, politische und nachbarschaftliche Verschränkungen vorherrschen, ergeben sich ganz spezifische Fragen aus der Forderung nach Mitbestimmung, Transparenz und öffentlichem Diskurs. Martin Wassermair ordnet als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen die Themen der Mikroebene in den internationalen Kontext ein. Journalist:innen stehen im Zentrum globaler Auseinandersetzungen, in denen politische und wirtschaftliche Interessen eng verflochten sind. So geraten sie oft selbst zwischen die Fronten, die Arbeit der Journalist:innen wird dabei zunehmend prekär, der Beruf verliert an Prestige und ist darüber hinaus in vielen Regionen lebensgefährlich. Im Gespräch wollen wir dem Stellenwert des Journalismus in der liberalen Demokratie nachspüren, die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für qualitätsvolles Arbeiten thematisieren und Perspektiven für einen zukünftigen Journalismus ausloten, der im Orkus von Künstlicher Intelligenz, hybrider Kriegsführung autoritärer Staaten und Technooligarchie bestehen kann.

allgemeiner Text

Die Reihe „Applied Democracy“ ist eine Initiative von Florian Bettel, Eva Blimlinger, Jakob Lena Knebl und Doris Krüger. Im Zeitalter der Polykrise, wo ein entfesselter Kapitalismus mit dem Rückbau sozialstaatlicher Institutionen, politischer Mobilisierung gegen „die Anderen“ und Imperialismus zusammenwirken, erlangt die Frage nach der Funktionsweise der liberalen Demokratie und den Voraussetzungen für den freiheitlichen, säkularisierten Staat eine gewisse Dringlichkeit. „Applied Democracy“ soll dafür eine Plattform des Diskurses schaffen und gemeinsam mit Akteur:innen aus der Politik und Zivilgesellschaft einen Wissenstransfer ermöglichen.

Vortragende

Ortner, Michael , Wassermair, Martin

Aktivitätenlisten

Ort

Adresse

  • Universität für angewandte Kunst in Wien, Wien, Österreich
  • Oskar-Kokoschka-Platz 2
  • 1010 Wien
  • Österreich

Mediendateien

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Veröffentlicht Von: Florian Bettel | Universität für Angewandte Kunst Wien | Veröffentlicht Am: 24. März 2026, 07:45 | Geändert Am: 24. März 2026, 07:47