Eine unvollendbare Sammlung. Die Spuren von Hanna Kuh im Exil

Masterarbeit

Herausgeber*innenschaft

Strouhal, Ernst

Verlag, Ort, Datum

Universität für Angewandte Kunst Wien, Wien, Österreich, 2025

Schlagwörter

Exilforschung, Exil, Großbritannien, Österreich, Nationalsozialismus, Archivwesen, Biografie, Objektbiografie, Sammlung, Care, Ursula K. Le Guin, Igor Kopytoff

Text

Der Nachlass von Hanna Kuh (1913–1995) in der Österreichischen Exilbibliothek sowie die darin enthaltene Familienrecherche ihrer Tochter Helene Kluger-Langer (geb. 1945) bilden den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Rekonstruiert wird das Leben einer Frau im britischen Exil ab 1938, von der kein eigenes Werk überliefert ist, wohl aber Spuren eines selbstbestimmten Lebens, in dem Care-Arbeit eine zentrale Rolle spielte. In Anlehnung an Ursula K. Le Guin und Igor Kopytoff wird ein narratives Modell entwickelt, das Objekte des Nachlasses als Behälter von Erinnerungen versteht. So wird eine Lebensgeschichte sichtbar, die offen und variabel bleibt. Anhand von Dingen, Briefnetzwerken, Orten und Erinnerungen zeigt die Arbeit, wie sich ein Leben ohne schriftliche Selbstzeugnisse erzählen lässt. Der Begriff der doppelten Exilierung beschreibt neben der Vertreibung auch den Verlust sozialer Netzwerke nach 1945 und das Verschwinden aus der Erinnerungskultur. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Neubewertung von Care-Arbeit und weiblichen Lebensgeschichten im Exil.

Mediendateien

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Veröffentlicht Von: Claudia Geringer | Universität für Angewandte Kunst Wien | Veröffentlicht Am: 27. Juli 2026, 18:27 | Geändert Am: 27. Juli 2026, 20:20