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Universe Architecture Kommentar zur Ausstellungsarchitektur Die Abteilung Digitale Kunst beschäftigt sich unter anderem mit Robotik, Interaktion, Programmiercode, Bild, Ton und mit zeitbasierten Künsten. Um diese Mannigfaltigkeit in einer Ausstellung abzubilden, erarbeitete eine Gruppe von Studierenden der digitalen Kunst eine Lösung, die darauf ausgerichtet war, den individuellen Raum in dieser Ausstellung zu verkleinern, damit auf das Auratische eines Originals zu verzichten und dafür viele unterschiedliche Projekte gleichzeitig ausstellen zu können. Der durch den Verzicht entstandene Verlust des Auratischen sollte durch eine Inszenierung des gesamten Ausstellungsraums ersetzt werden. Jede Arbeit erhielt einen Platz von 30 x 30 x 30 cm. Als Verweis auf das Original sollte ein körperliches Ding geschaffen werden. Dieses ist als Modell im architektonischen Sinne zu sehen, allerdings nicht als maßstäbliche Verkleinerung, sondern als Neuschaffung, als Platzhalter, der durch seine Eigenständigkeit auf das Original verweist. Das Alias der Computerwelt als Körper im geografischen Raum. Das Gestaltungskonzept für diese Ausstellung versucht nun, Bewegung, Interaktion Projektionen und sich kreuzende Klanglinien als Bestandteile architekonischen Denkens zu etablieren. Die Alias befinden sich auf beweglichen Stelen. Diese können von den RezipientInnen verschoben werden. Die Stelen dienen auch als Interface, um die gesamte Rauminstallation zu triggern und zu bedienen. Sie werden von der Software projektorientiert erkannt, und dadurch werden Bildprojektionen, Klanglinien und robotische Ereignisse ausgelöst. Diese erzeugen und erweitern die Ausstellungsarchitektur. Es stehen insgesamt drei Projektionen und eine Achtkanal-Soundanlage pro Projekt zur Verfügung. Der Verweis, der zunächst als Körper im geografischen Raum vorhanden ist, wird so in den spektromorphologischen Raum und in einen Bildraum erweitert. Diese Expansion der Projektidee vom Körper in den architektonischen Raum der Ausstellung dient nicht nur der weiterführenden Erklärung der einzelnen Projekte, sondern das gesamte Abspielsystem existiert zweimal, und es können somit zwei Stelen gleichzeitig ihre Erweiterungen auslösen, wodurch sich aleatorische Überlagerungen zwischen zunächst individuellen Arbeiten ergeben. Die Arbeiten können wie Samples von den RezipientInnen gemixt werden, und dabei entsteht im Sinne der „Universe Symphony“ von Charles Ives eine „Universe Architecture“, bei der unterschiedliche Bild- und Klangquellen von den RezipientInnen spielerisch zu einer neuen architektonischen Komposition gemischt werden.

