Künstlerische Projektarbeiten | Maschinen-Zeichnen
Daniela Kröhnert
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung, Design, Architektur & Environment für Kunstpädagogik
2026W, Vorlesung und Übungen (VU), 4.0 ECTS, 4.0 SemStd., LV-Nr. S51315
Beschreibung
In diesem Kurs entwerfen, bauen und programmieren die Studierenden eine eigene computergesteuerte Zeichenmaschine (Stiftplotter) und erkunden deren Potenzial als Werkzeug künstlerischer Praxis. Dabei werden technische, gestalterische und künstlerische Aspekte des maschinellen Zeichnens miteinander verbunden. Der Schwerpunkt liegt auf der DIY-Konstruktion einer Zeichenmaschine sowie auf der experimentellen Erkundung der Schnittstelle von Code, Zeichnung und künstlerischem Ausdruck.
In diesem Semester realisieren wir einen sogenannten „Hängeplotter“ (Polargraph, Makelangelo u. a.) auf Basis von Open-Source-Technologien, der sich mit vergleichsweise geringem Aufwand und nur zwei Schrittmotoren herstellen lässt. Die besondere Mechanik arbeitet mit Seilen und Gegengewichten und ermöglicht das Zeichnen auf vertikalen Flächen. Diese Bauweise eignet sich besonders für den Einsatz im schulischen Kontext, da sie auf anschauliche Weise digitale Grundkompetenzen sowie die Verbindung von Technik, Gestaltung und Kunst vermittelt.
Ausgehend von den selbstgebauten Plottern entwickeln die Studierenden eigene zeichnerische Strategien und künstlerische Ausdrucksformen. Mit Open-Source-Tools wie Inkscape, Plotterfun oder DrawingBotV3 werden unterschiedliche digitale und analoge Workflows erprobt. Dabei wird untersucht, wie sich durch Parametrisierung, Algorithmen und Code gestalterische Entscheidungen treffen lassen und welche Rolle Zufall, Materialität und technische Systeme im kreativen Prozess spielen. Die entstehenden Arbeiten bewegen sich zwischen computergenerierter Präzision und experimenteller Zeichnung und reflektieren die Beziehung zwischen Maschine, Material und Autor*in.
Ergänzend erhalten die Studierenden einen Einblick in digitale Fertigungstechnologien wie FDM-3D-Druck und Lasercutting, die für die Herstellung einzelner Bauteile der Zeichenmaschine eingesetzt werden können. Dadurch wird der gesamte Prozess vom digitalen Entwurf über die physische Konstruktion bis hin zur programmatisch erzeugten Zeichnung nachvollziehbar und praktisch erfahrbar.
Ziel des Kurses ist es, digitale Grundkompetenzen zu vermitteln, die sich auch für den Unterricht in der Sekundarstufe eignen, und zugleich ein Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen computergestützter Zeichnung zu entwickeln. Die Studierenden lernen, technische Werkzeuge als künstlerische Medien zu nutzen und diese in eine eigenständige ästhetische Praxis zu überführen.
Prüfungsmodalitäten
Anwesenheit und Mitarbeit, selbstständige Arbeit, Abschluss des Projekts.
Anmerkungen
"BYOD - Bring your own device" - Policy.
Sowohl zum Bauen, als auch zum Programmieren und später dann zum Zeichnen wird ein Computer benötigt. Es wird nur Open Source Software benutzt, aber ein eigenes Windows Gerät (idealerweise Laptop) wird benötigt.
Es wird empfohlen FOR-LVs erst nach Absolvierung der GO-Phase WERK_LABOR zu besuchen.
LV-Anmeldung
Von 31. August 2026, 09:00 bis 02. Oktober 2026, 18:00
Per Online Anmeldung
Studienplanzuordnung
Mitbelegung: nicht möglich
Besuch einzelner Lehrveranstaltungen: nicht möglich