"Hybride Instrumente" – Grenzverschiebungen zwischen Körper und Objekt
Barbis Ruder
Institut für Bildende & Mediale Kunst,
TransArts
2026W,
Vorlesung und Übungen
(VU),
2.0 ECTS,
2.0 SemStd.,
LV-Nr. S05855
Beschreibung
Fokus: WS26/27 & S 27:
Kräfte & Mechanismen. Fokus: Schwerkraft
Forces & Mechanisms: Focus: Gravity
In Kooperation mit Florian Bettel (Technische Utopien. Erzählungen und Geschichte des Fortschritts) & Liddy Scheffknecht (Künstlerische Projektarbeiten | Gravitation. Fallen, Schweben, Loslösen)
Diese Lehrveranstaltung erkundet transdisziplinäre Schnittstellen zwischen Körper, Objekt und Schwerkraft. Ausgangspunkt sind instrumentale Objekte – hybride Instrumente – die skulptural entwickelt, in Bewegung gesetzt und in ihrer Wechselwirkung mit dem Körper untersucht werden.
Im Mittelpunkt steht das Erforschen von Kräften und Mechanismen, die aus Gewicht, Impuls und Gravitation entstehen. Die Studierenden entwickeln körperbezogene Objekte und Prototypen für feines Spüren und Bewegen. Durch somatische und performative Übungen (u. a. Floorwork, Yin Yoga, Pendeln, Schütteln, Balance) wird die eigene Körperwahrnehmung geschärft und in künstlerisches Handeln übersetzt.
Das Seminar versteht sich als sicherer, niederschwelliger Experimentierraum für bildende Künstler:innen, die Körper-Objekt-Beziehungen und ihre performativen Potentiale erproben möchten. Ziel ist die Entwicklung von individuellen, hybriden Instrumenten sowie ein bewusstes Verständnis für das Wechselspiel von Körper, Raum, Material und Schwerkraft. Die Ergebnisse werden in einer abschließenden Präsentation erprobt und reflektiert.
Lehrziele:
- Entwicklung von körperbezogenen Objekten und performativem Material
- Sensibilisierung und Stabilisierung des eigenen Körper für sich und im Bezug zum Objekt
- Erfahrung von Präsenz im künstlerischen Schaffen
Hintergrund:
Körper-Objekt Verbindungen sind der Fokus Barbis Ruder’s skulpturaler Praxis. Die entstehenden Objekt-Körper-Verbindungen hat sie im Rahmen ihres PhD in künstlerischer Forschung untersucht und die BOIS Methode (Body Object Insersection Scan) entwickelt. Die Übersetzung und Weiterentwicklung Richtung hybrider Körperinstrumenten basiert auf diesen Untersuchungen und werden im Rahmen des Seminars vermittelt und weiterentwickelt. [1]
[1] Siehe: Barbis Ruder: PhD Thesis Body – Object – Intersections: https://phaidra.bibliothek.uni-ak.ac.at/detail/o:71025 (2024)
Prüfungsmodalitäten
- Pünktlichkeit
- Teilnahme an mind. 7 von 9 Gruppentreffen
- Teilnahme an 2 von 3 Exkursionen/Workshops
- Kurzreferat
- Entwicklung von Sketchen & Prototypen
- Teilnahme am Showcase (Performativ oder im Support)
Anmerkungen
Lehrziele:
- Entwicklung von körperbezogenen Objekten und performativem Material
- Sensibilisierung und Stabilisierung des eigenen Körper für sich und im Bezug zum Objekt
- Erfahrung von Präsenz im künstlerischen Schaffen
Exkursionen & Workshops:
-> 05.10. Exkursion & Übung Prater
-> 21.10. Workshop Schwerkraft & Gravitation
-> Exkursion CERN und VIRGO (LV Bettel)
Literatur:
- Martina Heßler: Kulturgeschichte der Technik. Campus 2012.
- — Kevin Liggieri: Einleitung: Technikanthropologie im digitalen Zeitalter. In: Dies. (Hg.): Technikanthropologie. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos 2020, S. 11–29.
- Benjamín Labatut: Das blinde Licht. Irrfahrten der Wissenschaft. Suhrkamp 2020.
- Marcus Popplow: Technik im Mittelalter. C.H. Beck 2020.
- Ulrich Troitzsch: Technischer Wandel in Staat und Gesellschaft zwischen 1600 und 1750. In: Akos
- Paulinyi, Ulrich Troitzsch (Hg.): Mechanisierung und Maschinisierung 1600 bis 1840. Propyläen Technikgeschichte. 3. Bd., Ullstein 1997, S. 11–270.
- Arwen P. Mohun: “Amusement Parks for the World. The Export of American Technology and Know-How, 1900–1939.” In: ICON 2013/19. p. 100–112.
- Stefan Poser: “Playful Celebrations of Technology. Technology at Amusement Parks, in Children’s
- Playrooms and in Sports.” In: ICON 2013/19, p. 244–263.
- — “Fahrgeschäfte und Technik im Wiener Prater. Eisenbahnkarussell, Hochschaubahn und Tornado.” In: Michael Schwarz, Susanne Winkler (Hg.): Der Wiener Prater. Labor der Moderne. Politik – Vergnügen – Technik. Birkhäuser 2024, S. 225–231.
- Carroll Pursell: “Fun Factories. Inventing American Amusement Parks.” In: ICON 2013/19. p.75–99.
- Robert Leucht: Der Ingenieur. Grammatik eines Hoffnungsträgers. intercom Verlag 2022.
- Ernst Strouhal: “Versuch über die Schaukel.” In: Ernst Strouhal: Umweg nach Buckow. Wien/New York 2009, p. 168–180.
Schlagwörter
Instrumente, Präsenz, Körper-Objekt Verbindungen, Prototypenbau für Subtiles Spüren & Bewegen, Rückmeldung zwischen Objekt und Körper, transdisziplinäre Erforschung, angewandte Praxis, Safe Space
Termine
Mo., 05. Oktober 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Kick-Off“
Mo., 12. Oktober 2026, 11:00–12:30
, „Empfinden + Reflektieren - Aspekte der Schwerkraft - Exkursion Prater“
Mo., 19. Oktober 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Empfinden + Reflektieren - Schwerelosigkeit im System“
Mi., 21. Oktober 2026, 10:00–18:00
FLUX 2
, „Schwerpunkt Gravitation - Interdisziplinärer Workshop“
Mo., 09. November 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Empfinden + Reflektieren – Gewicht erfahren“
Mo., 16. November 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Objekte + Spiel mit der Schwerkraft“
Mo., 23. November 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Referate + Ideen I“
Mo., 30. November 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Referate + Ideen II“
Mo., 07. Dezember 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Proberaum I“
Mo., 14. Dezember 2026, 10:30–12:00
FLUX 1
, „Proberaum II“
Mo., 21. Dezember 2026, 10:00–22:00
FLUX 1
, „Proberaum III & Showcase“
LV-Anmeldung
Ab 31. August 2026, 09:00
Per Online Anmeldung
Studienplanzuordnung
TransArts - Transdisziplinäre Kunst (Bachelor): Künstlerische und kunsttechnologische Grundlagen: Künstlerische und kunsttechnologische Grundlagen 180/2025UBA-002.01
Mitbelegung: nicht möglich
Besuch einzelner Lehrveranstaltungen: nicht möglich