Künstlerische Projektarbeit | MUSMIG - Intersectional Storytelling

Lia Espinosa
Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung, Kunst & Kommunikative Praxis
2026S, künstlerisches Seminar (SEK), 4.0 ECTS, 4.0 SemStd., LV-Nr. S05951

Beschreibung

Der Wert von Objekten: Identität, Sprache und Macht

Objekten sind Träger von Geschichte, Sprache und Identität. Ob Kunstwerke, Bücher oder Alltagsgegenstände, Dinge sind niemals neutral. Sie sprechen (oder nicht sprechen) über Machtverhältnisse, koloniale Geschichte, Migration und kulturelle Zugehörigkeit. Im Zentrum unsere Recherche und Praxis soll daher die Frage stehen, wie Objekte im Museum, im öffentlichen Raum oder in Archiven präsentiert werden und wessen Perspektiven dabei sichtbar oder unsichtbar bleiben.

Kunst und Kultur sind keine Ausnahme in der Verstärkung kolonialer und nationalistischer Werte, Sichtweisen und Diskurse. Das Verweigern der Mehrsprachigkeit und die Dominanz des schriftlichen Wissens spielen dabei eine zentrale Rolle: Sprache wird nicht nur als Kommunikationsmittel verstanden, sondern als politischer Raum, in dem Erinnerung, Ausschluss und Widerstand verhandelt werden. Aber wie beeinflussen unsichtbare Migrationsgeschichten tatsächlich die Symbole und die Konstruktion einer nationalen Identität? Wie sind die Grenzen zwischen uns und ihnen gesetzt, und wie können wir diese Abgrenzung mit alternativen Erzählungen und Wissensformen überwinden?

Durch Kunstwerke, Schreiben, Musik und Film setzen uns ein, vielstimmiger Zugang zu den Themen geraubte Kunst, kulturelles Erbe und Aktivismus auseinander. Interdisziplinäre, mehrsprachige künstlerische Positionen werden dabei eingeladen, um Kunstwerke nicht als isolierte Objekte, sondern als Teil eines sozialen und historischen Zusammenhangs zu verstehen.

Kollektiver Austausch, Rundgänge und künstlerische Forschung werden uns dabei ermöglichen das Hinterfragen des Wertes des Kunstwerks innerhalb der institutionellen Ordnung, mit dem Ziel Prozesse der Rekontextualisierung und transformative Kunst- und Kulturvermittlung zu fördern.

Das Seminar wird organisiert und geleitet zusammen mit Mariama Nzinga Diallo.

Prüfungsmodalitäten

Regelmäßige und aktive Teilnahme (80%), Textlektüre, Mitarbeit und Präsentation eines kollektiven Projekts sowie Teilnahme am KKP-Forum.

Anmerkungen

MUSMIG

Das Kollektiv MUSMIG ist ein Versuch migrantischer Selbsthistorisierung und fordert ein Museum der Migration in Österreich. Seit 2019 arbeiten Historiker*innen, Sozial- und Kulturwissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen in einem freien und wachsenden Kollektiv zusammen und organisieren Austausch und Dialog zu den Möglichkeiten und Konzepten eines Museums der Migration in Wien. 

MUSMIG wird vertreten durch: Ljubomir Bratić, Gabriela Urrutia Reyes, Elena Messner, Mehmet Emir, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Mariama Nzinga Diallo, Lia Kastiyo-Spinósa, Anna Seidel, Savo Ristić, Yvonne Živković, Natalie Deewan, Magdalena Winkler, Katharina Kulesza, Hanna Salentinig, Joel Souza Cabrera, Goran Lazičić, unter anderen.

Schlagwörter

Video, Diskussion, Kunst im öffentlichen Raum, Collage, Medienkunst, Konzeptuelle Kunst, Kunst im öffentlichen Raum

LV-Anmeldung

Ab 02. Februar 2026, 09:00
Per Online Anmeldung

Lehramt: Unterrichtsfach kkp (Bachelor): Künstlerische Praxis (kkp): FOR: Künstlerische Projektarbeiten (kkp) 067/001.20

Mitbelegung: nicht möglich

Besuch einzelner Lehrveranstaltungen: nicht möglich