Gender Studies: Gender Art Laboratory. Primavera

Marion Elias
Gender Art Lab, Gender Art Lab
2020W, scientific seminar (SEW), 4.0 ECTS, 2.0 semester hours, course number S02937

Description

Gender - Gestern Heute Morgen - Past Present Future

GENERELLER FAHRPLAN IM GAL:

Zu Beginn des Semesters wird, wie üblich, als Prolog das Thema und die Bedeutung von "Gender" zusammengefaßt, um Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern eine adäquate Basis geben zu können; aus den "Unterthemen" (s. o.)  die sich nach der erfolgreichen Doppelausstellung zum Motivkreis "Illuminazioni" als weitere Deklinationen im GAL entwickelt haben, sollen die TeilnehmerInnen Werke erarbeiten, die bei Ausstellungen 2020 gezeigt und in einem Katalog dokumentiert werden.

Gastvorträge, Vorträge und Debatten ergänzen das Programm des GAL (Gender Art Lab).

WEITERS WERDEN IM GAL FOLDENDE THEMEN BEHANDELT:

Rollenbilder im Wandel der Zeit.

“Norm - ?”

Donne Dimenticate - die vergessenen Frauen, verlängert zu persone dimenticate, cose dimenticate

 "Grüße aus dem Küstenland; die Welt der Auchentallers" (Rolle und Änderung des Begriffs "Ferien" sowie Erinnerungen an ehemals prominente Zeitgenossen und an die Position Österreichs als "Kolonialmacht" - sowie die aktuelle Wahrnehmung der folgenden Generationen)

und: Leonardo decoded and reset;

SCHWERPUNKT BZW. ÜBERBEGRIFF: RENAISSANCE 2.

Beginnt die sog. "Aufklärung" bereits mit der Kunst im 15/16 Jhd.? Oder davor? Leben wir in einem Zeitalter des Biedermeiers oder schaffen wir eine Rinascità?

Die sozialen und politischen Möglichkeiten der Kunst: gehören wir bereits zur Unterhaltungsindustrie?

WORKSHOP innerhlab des GAL mit Julia Sprenger, Robert Maierhofer und Marion Elias :

10. November / 15. Dezember / 12. Jänner

Körper.Gender.Subversion

Spätestens seit Dada ist klar, Kunst kann Revolte. Mit ihrer Radikalität stellte die künstlerische Avantgarde sowohl politische als auch ästhetische Normen in Frage und zertrümmerte diese geradezu. Seit den 1960er Jahren etablierte sich mit dem Auftreten weiblicher Künstlerinnen eine feministische Avantgarde, welche sich vermehrt mit hegemonialen Geschlechternormen und -identitäten sowie mit Rollen- und Geschlechterbildern auseinandersetzte. Durch das neue Selbstbewusstsein dieser Frauen sowie deren Drang nach Selbstbestimmung überschritten sie gesellschaftliche Grenzen und eroberten neue künstlerische Medien. Eine ihrer bedeutendsten Inszenierungsstrategien ist die Verwendung des eigenen Körpers, nicht nur in seiner Materialität, sondern auch als Schauplatz des Politischen.

Gemeinsam folgen wir den Spuren der provokanten Aktionen von weiblichen Protagonist*innen quer durch die Kunstgeschichte, um ihre subversiven Strategien und Methoden zu entschlüsseln. Der Fokus dabei soll vor allem auf performative, trans- und multimediale Arbeiten gelegt werden. Als Impulsgeberinnen dienen unter anderem Carolee Schneemann, Valie Export, Orlan, Marina Abramović, Annie Sprinkle oder Ana Mendieta.

Anhand der Beispiele sowie einer theoretischen Fundierung nähern wir uns den Begriffen Körper, Gender und Subversion sowohl aus einer künstlerischen, politischen als auch einer gendertheoretischen Perspektive, um daraus Ansätze für die eigene künstlerische Arbeit zu generieren.

Die Vorbesprechung findet am Dienstag, den 20. Oktober, um 15.00 Uhr statt.  Wenn Sie sich für die Lehrveranstaltung online angemeldet haben, informieren wir Sie rechtzeitig, ob der Termin via zoom oder persönlich im Seminarraum Postgasse stattfinden wird.

Die LV findet bis auf Weiteres dienstags zwischen 15.00 und 16.30 Uhr statt.

 

DETAILS/INFOS:

„Norm...-?“ bzw. „Norm...-al“

„Donne dimenticate – vergessene Frauen - persone dimenticate, cose dimenticate“

"Grüße aus dem Küstenland; die Welt der Auchentallers"

Leonardo decoded and reset;

May you live in interesting times;

Die sozialen und politischen Möglichkeiten der Kunst: gehören wir bereits zur Unterhaltungsindustrie?

„Norm - ?“ nimmt jenen Katalog des behauptet Normalen „unter die Lupe“, der in der Gesellschaft allgemein als anerkannt vorgestellt wird. Was nun aber ist wirklich „normal“, was nicht, was soll „krank“ sein, was ungewöhnlich oder gesellschaftlich geächtet. Gerade diese Fragengruppe wurde von den TeilnehmerInnen selbst ins GAL eingebracht und ist dort durch Debatten, Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen kritisch beleuchtet worden. Übliches, Gängiges steht dabei gegen Individuelles („Diverses“ im positiven Sinn von Diversity), um soziale Veränderungen und Stagnationen, ja sogar Rückschritte zu beleuchten, bestenfalls auch Veränderungen anzudenken oder zu ihnen beitragen zu können.

Als Resultat wird wiederum die „Arbeit zur Öffentlichkeit“, also Werke und Texte für Ausstellungen und Publikationen erwartet.

„Vergessene Frauen – donne dimenticate“, auf Anregung der Teilnehmer*innen verlängert zu "persone dimenticate, cose dimenticate" also vergessene Menschen im Allgemeinen und vergessene Dinge, Handlungsweisen ecc. widmet sich einerseits den Vitae jener Frauen (und Menschen sämtlichen Geschlechts), die in ihren jeweiligen Epochen durchaus bekannt gewesen sind für Leistungen in sämtlichen Lebensbereichen, und die – kaum eine Generation später – aus der Erinnerung verschwunden zu sein scheinen.

Die GAL-TeilnehmerInnen recherchieren in diesem Projekt selbständig nach Personen, deren Lebenslauf und Arbeit sie besonders interessieren und setzen ihnen schriftlich wie bildnerisch eine Art „Denkmal“ – entweder je einzelnen Personen  oder  „vergessenen Personen“ an sich.

"Grüße aus dem Küstenland; die Welt der Auchentallers" widmet sich in Recherche und Bearbeitung der Lebensgeschichte Josef Maria Auchentallers, seiner Frau Emma Auchentaller Scheid und deren Tochter Maria. Bis dato sind weder Werk noch Biographie J. M. Auchentallers ausreichend erforscht. Als Zeitgenosse Klimts ist der ehemals mehr als bekannte Künstler, der 1949 in Grado starb, nahezu völlig in Vergessenheit geraten. Wie war das möglich und wie gehen wir heute mit einer Ästhetik um, die darauf bestand, Kunst in alle Lebensbereiche zu setzen? Emma Auchentaller Scheid kann man ohne Zweifel als Feministin und darüberhinaus Mitbegründerin des "modernen Tourismus" bezeichnen. Ihre Leistungen, namentlich mit und um ihr "Fortino" in der - zur Zeit der Gründung des Hotels - dem österreichischen Küstenland zuzuordnenden Stadt Grado (GO), die so ganz nebenbei sich über zwei Weltkriege erstreckten, erscheinen wie gelöscht. Maria schließlich, die Tocher von Josef und Emma, viel zu früh und jung verstorben, hinterließ unter anderem Schriften literarischer und philosophischer Art - die bislang niemand kennt.

Die Auchentallers stehen für eine Zeit großer Umbrüche in Mitteleuropa, daher soll versucht werden, an ihrem Beispiel verschiedene Fragen aufzuwerfen und zu bearbeiten:

Wie gerät was in Vergessenheit? Welche Unterschiede finden wir hinsichtlich gesellschaftlicher Konstruktionen ad KünstlerInnen, UnternehmerInnen, LiteratInnen? Hat Urlaub bzw. "Sommerfrische" eine andere, auch sozial andere Prägung erfahren und wie verhält es sich mit den "Ressourcen" je vor Ort? Disneyland oder zeitlich eingeschränkte Teilhabe an "wirklichem Leben"?

In einer Zeit, die - wieder einmal - von großen Veränderungen geprägt zu sein scheint könnte ein Rückblick helfen, Möglichkeiten für die Zukunft zu eröffnen.

Leonardo decoded and reset

bezieht sich auf die Forschungen Maurizio Seracinis, der uns u. a. gezeigt hat (via Infrarotreflektographie) was etwa unter dem bekannten Werk "Adorazione dei Magi" sich tatsächlich verbirgt. Wie inspiriert uns heute ein Werk, das wir tatsächlich noch nie gesehen haben, ist die bildhgebende Technik, wie sie aktuell üblich ist ein Hilfsmittel zur Decodierung oder künstlerische Forschung oder Kunst per se?

Was zeigt uns Leonardo, sobald wir den Kitsch um ihn abklopfen?

Maurizio Seracini wird dazu wiederum als Gastvortragender und für einen Workshop erwartet. Auch dem folgend sollen Arbeiten entstehen, die wir der Öffentlichkeit präsentieren wollen, nicht zuletzt in Venedig. (Biennale)

Die sozialen und politischen Möglichkeiten der Kunst: gehören wir bereits zur Unterhaltungsindustrie?

Das GAL war mit einer Session bei der Biennale Venezia 2017 und 2019 vertreten.

Nach Besichtigung der durchaus interessanten Ausstellung (eigentlich sämtlicher Austellungen in Venedig) konnte ich nicht um die Frage herum, wo die wirklich heftigen, bissigen, wichtigen Auseinandersetzungen mit aktuell brennenden Themen geblieben sind. Kunst darf durchaus hübsch sein, aber sie möge Inhalt haben. Diesen frechen Satz setze ich meinen Student*innen vor, um ihre Reaktionen (Werke) zu erhalten.

Die Vortragsreihe von Renate Brosch (Norm - al..) wird ebenfalls in lockerer Abfolge fortgesetzt, da sich der Themenkreis um "Angst, Depression, Burn Out" schon wieder zu verwischen scheint.

Weitere Aktivitäten im GAL sind "aktive" Unterrichtseinheiten, gemeinsames Arbeiten (Workshop) jeweils unter Leitung einer Gästin zu speziellen Themen. Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen ergänzen das Semester- bzw. Jahresprogramm.

Für die Ausstellungen (angedacht zur Realisierung 21) ist unbedingt eine Anmeldung im GAL erforderlich, da auch die Themenkreise gemeinsam erarbeitet und debattiert werden.

NEUEINSTIG JEDERZEIT MÖGLICH!!! Bereits im GAL "verortete" Künstler*innen werden aufgerufen, sich an den Austellungen zu beteiligen.

Besondere Termine wie Gastvorträge werden separat per email bekanntgegeben; kontrollieren Sie auch facebook GAL

P.S.: Im GAL wird permanent ein Blickwinkel zwischen Vergangenheit und kontemporärer Epoche verhandelt, denn Normen sind nicht an Jahreszahlen gebunden - sie verändern sich lediglich in ihnen, nicht immer geradlinig zum Besseren.

Examination Modalities

Über die genauen Prüfungsmodalitäten werden Sie im Laufe des Semesters noch informiert. Prüfungen werden in jedem Fall mündlich via Zoom angeboten, zu (rechtlich korrekt) verschiedenen Terminen (mindestens zwei per Semester gg. Semesterende, sonst n. p. Ü.), schriftliche Arbeiten können via E-mail abgegeben werden.

Im GAL kann ich mit Ihnen in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch arbeiten

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Die Lehrveranstaltung wird anhand der Regelungen des Rektorats für den Universitätsbetrieb im Wintersemester 2020/21 abgehalten die sich, ausgehend von den spezifischen Bedingungen der Angewandten, am Leitfaden des Wissenschaftsministeriums und dem Ampelsystem der Bundesregierung orientieren.  Das bedeutet konkret für Sie:

Bitte informieren Sie sich laufend und selbständig über die geltenden Regelungen und getroffenen Maßnahmen!

Angewandte Corona-Ampel In Anlehnung an die vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz entwickelte „Corona-Ampel“ sind vier Betriebsszenarien für die Angewandte definiert. Der jeweils am Freitag durch die Behörden veröffentlichte Ampelstatus für Wien wirkt sich dabei direkt auf die Angewandte aus. 

Online-Anmeldung zu allen Lehrveranstaltungen Ab Wintersemester 2020/21 ist eine Online-Anmeldung via base Angewandte Voraussetzung für den Besuch einer Lehrveranstaltung, damit im Verdachtsfall für die Gesundheitsbehörde nachvollziehbar ist, wie viele Personen maximal betroffen sein können (nicht angemeldete Personen erhalten keinen Zutritt). 

SPRECHSTUNDE von ao. Univ.-Prof. Mag. art. Dr. phil. Marion ELIAS: generell jeweils dienstags oder donnerstags; Di zw. 14.00 und 15.00h, Do, zw. 14.00 und 14.30h;

Anmeldung für Terminvergabe erforderlich!

robert.maierhofer@uni-ak.ac.at und julia.sprenger@uni-ak.ac.at

Dates

20 October 2020, 15:00–16:30, "Wir informieren Sie rechtzeitig, ob der Termin via zoom oder persönlich im Seminarraum Postgasse stattfinden wird." (preliminary discussion)
10 November 2020, 15:00–16:30, "WORKSHOP Körper.Gender.Subversion"
15 December 2020, 15:00–16:30, "WORKSHOP Körper.Gender.Subversion II"
12 January 2021, 15:00–16:30, "WORKSHOP Körper.Gender.Subversion III"

Course Enrolment

Until 30 September 2020, 23:59
Via online registration

co-registration: possible

Fine Arts (2. Section): Offers beyond the ZKF

Fine Arts (2. Section): Free Electives out of Artistic and Research Practice

Individual courses: possible