Ästhetische Fragen u. Theorien d. Öffentlichkeit.Alltagsästhetik-Massenkultur II

Franz Schuh
Institut für Bildende und Mediale Kunst, TransArts
2019S, Seminar (SE), 3.0 SemStd., LV-Nr. S40356

Beschreibung

Die Quellen, aus denen man erfährt, was Kunst sein soll sind vielfältig. Zu ihnen gehört die Dichtung: „Unsere Kunst ist ein von der Wahrheit Geblendetsein: das Licht auf dem zurückweichenden Fratzengesicht ist wahr, sonst nichts!“
Diese Worte Franz Kafkas stammen aus den „Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande.“ Sie klingen merkwürdig, auch weil sie Widersprüchliches entschieden als Einheit ausdrücken: Die Kunst hat ihre Schönheit daher, dass sie die sinnliche Erscheinung der Wahrheit ist – das hat Plato gelehrt und es beansprucht Geltung seit altersher.
Aber dass das Licht, durch das die Wahrheit sichtbar wird, nichts Schönes bewirkt, sondern blendet, wobei ohnedies nur eine Fratze zu sehen wäre, das ist „modern.“ Immerhin weicht das Fratzengesicht zurück und vielleicht bewahrt das Zurückweichen des Fratzengesichts den letzten Rest von Schönheit, den die moderne Kunst noch liefern kann.
Kafkas Erzählungen „Ein Hungerkünstler“ und „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ kann man als ernüchternde Parabeln von der „Position der Kunst in der Gesellschaft“ lesen. In Hegels „Ästhetik“ lautet das gleiche Positionierungsproblem: „Stellung der Kunst im Verhältnis zur endlichen Wirklichkeit und zur Religion und Philosophie.“ Von der alten und umständlich wirkenden Sprache soll man sich nicht täuschen lassen: Die klassische Ästhetik, und das will die Vorlesung an einigen Beispielen zeigen (von Kant bis Hegel und Adorno), enthält Begriffsbildungen, in deren Rahmen sich vieles von dem verstehen lässt, was Künstler und Kunst bis heute bewegt. FRANZ SCHUH

Prüfungsmodalitäten

Wichtig, um ein Zeugnis zu bekommen, ist die kontinuierliche Anwesenheit. Der Rest ergibt sich aus Gesprächen und daraus, ob es gelingt, dem Vorgetragenen eine eigene, selbstständige Perspektive abzugewinnen.

Schlagwörter

Philosophie, Alltagsästhetik, Massenkultur

Termine

02. Mai 2019, 13:45–18:00 Seminarraum 21
03. Mai 2019, 13:45–18:00 Seminarraum 20
06. Mai 2019, 13:45–18:00 Seminarraum 20
07. Mai 2019, 16:15–20:15 Seminarraum 20
08. Mai 2019, 13:45–18:00 Seminarraum 20

Bildende Kunst (2. Studienabschnitt): Schreiben und Sprechen über Kunst, Kontextualisierung der eigenen Arbeit (6.0 ECTS)

Bildende Kunst: Malerei (2. Studienabschnitt): Kunst im öffentlichen Raum (3.0 ECTS)

TransArts - Transdisziplinäre Kunst (Bachelor): Theoretische Grundlagen (6.0 ECTS)

Mitbelegung: möglich (6.0 ECTS)

Besuch einzelner Lehrveranstaltungen: möglich (6.0 ECTS)