Design in gesellschaftlichem und politischem Kontext

Björn Franke
Institut für Design, Theorie und Geschichte des Design
2014S, Ringvorlesung mit Workshop (RVW), 3.0 SemStd., LV-Nr. S00448

Beschreibung

Design als Politik / Politik als Design

Design wird hauptsächlich als eine Aktivität der Produktion von mehr oder weniger nützlichen Dingen verstanden und seltener als eine politische Aktivität. Die Gestaltung von Artefakten ist jedoch immer auch eine Entscheidung darüber, wie Menschen leben, kommunizieren oder sich verhalten sollen. Design kann aber auch als politisches Instrument verstanden werden, und zwar als Aktivismus oder auch im Sinne einer Dingpolitik in der mögliche oder wünschenswerte Zukünfte auf der Grundlage von Artefakten diskutiert werden. Darüber hinaus kann aber auch Politik selber als Design verstanden werden im Sinne von Plänen, Entscheidungen oder Gesetzesentwürfen.

Design is mainly understood as an activity of producing more or less useful artefacts but not necessarily as a political activity. The design of an artefact, however, is also alway a political decision about how people should live, communicate or behave. Design, however, can also be used as a political instrument in the form of activism or as a form of "thingpolitics" discussing and dreaming about possible or better futures through artefacts. Furthermore, politics itself can be understood as a design activity in the sense of planning, making decisions or passing a law.

Literatur zur Einführung

Stephen Duncombe, Dream: Re-Imagining Progressive Politics in an Age of Fantasy (New York: The New Press, 2007)

Bruno Latour, "From Realpolitik to Dingpolitik: Or How to Make Things Public," in Making Things Public: Atmospheres of Democracy, ed. Bruno Latour and Peter Weibel (Cambridge, MA and London: MIT Press, 2005)

Bruno Latour, “Where are the Missing Masses? The Sociology of a Few Mundane Artifacts,” in Shaping Technology / Building Society, ed. Wiebe E. Bijker and John Law (Cambridge, MA: MIT Press, 1992)

Alastair Fuad-Luke, Design Activism: Beautiful Strangeness for a Sustainable World (London: Earthscan, 2009)


Lernziel

Das Seminar soll zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der dem Verhältnis zwischen Design und Politik, sowie des Einflusees dieses Verhältnisses auf das menschliche Leben im allgemeinen, anregen.

Prüfungsmodalitäten

Die Beurteilungskriterien für das Seminar sind: (1) regelmäßige und pünktliche Teilnahme (min. 80% Anwesenheit, bei nichterreichen wird das Seminar automatisch als „nicht Bestanden” bewertet), (2) aktive Teilnahme sowie Lesen und Vorbereiten der wöchentlichen Seminarliteratur (50% der Note), (3) Vorbereitung und Durchführung einer Seminareinheit (50% der Note).

Anmerkungen

Das Seminar richtet sich insbesondere an Studierende aus dem Institut für Design aber auch an Interessierte aus anderen Instituten. Die Lehrveranstaltung wird in deutscher Sprache abgehalten (während die Literatur in deutscher und/oder englischer Sprache angeboten werden können).

Mitbelegung: möglich (3.0 ECTS)

Design: Grafik Design (2. Studienabschnitt): Theorie und Geschichte des Design (3.0 ECTS)

Design: Grafik und Werbung (2. Studienabschnitt): Theorie und Geschichte des Design (3.0 ECTS)

Industrial Design (2. Studienabschnitt): Design in gesellschaftlichem und politischem Kontext (3.0 ECTS)

Design: Mode (1. Studienabschnitt): Wahlfachpool methodische und theoretische Grundlagen (3.0 ECTS)

Design: Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien (2. Studienabschnitt): Geistes- und Kulturwissenschaften (3.0 ECTS)

Besuch einzelner Lehrveranstaltungen: möglich (3.0 ECTS)